Winterthur droht der Verlust seiner Ludotheken

27.05.2025 Teilen: E-Mail WhatsApp Facebook

Winterthur, 15. Mai 2025 – Die Stadt Winterthur will ihre Unterstützung für die drei Ludotheken ab 2027 drastisch kürzen. Nur noch ein Standort – in der Altstadt – soll mit einem reduzierten Beitrag weitergeführt werden.

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An den drei Standorten – in der Altstadt, in Oberwinterthur und in Seen – bieten die Ludotheken
seit 40 Jahren erschwinglichen Zugang zu Tausenden von Spielen und Geräten. Im Jahr 2024
wurden in allen drei Ludotheken knapp 12’000 Artikel von über 4000 Kunden ausgeliehen.
Hinter diesem Angebot stehen im Jahr über 6000 Stunden unbezahlter Freiwilligenarbeit – für
Ausleihe, Wartung, Beratung, Einkauf, Buchhaltung und die Pflege des Inventars.

Konstruktives Konzept – pauschal abgelehnt
Bereits 2022 begannen die Vorstände der drei Ludotheken, gemeinsam mit der Stadt an einem
zukunftsfähigen Modell zu arbeiten – inspiriert von erfolgreichen Beispielen wie in St. Gallen.
Vorgeschlagen wurde unter anderem:

● die organisatorische Zusammenführung der drei Vereine,
● Barrierefreie- und familienfreundliche Infrastruktur
● eine Teilprofessionalisierung des Betriebs.

In einem Schreiben vom 8. Mai 2025 würdigt die Stadt zwar das Engagement, lehnt das
Konzept jedoch ab. Stattdessen kündigt sie an, ab 2027 nur noch eine zentrale Ludothek in der
Altstadt zu unterstützen. Begründung: Das klassische Verleihangebot entspreche nicht mehr
den neuen Förderkriterien. Man wolle künftig Projekte fördern, die das „Wir-Gefühl“ im Quartier
stärken.

„Es irritiert, dass ausgerechnet Orte, an denen Tag für Tag soziale Integration,
generationenübergreifender Austausch und Gemeinsinn gelebt werden, nun nicht
mehr als förderwürdig gelten“, sagt Monika Hochreutener, Präsidentin der Ludothek
Altstadt. „Wir sind davon ausgegangen, dass die steigenden Nutzerzahlen
eigentlich Anlass für Stärkung und nicht für Rückbau geben müssten.“

Besonders unverständlich sei der Widerspruch, dass die Stadt Quartierarbeit fördern wolle –
gleichzeitig aber zwei von drei Quartiersstandorten aufgeben will. Eine Zentralisierung würde
genau jenen niederschwelligen Zugang verhindern, den viele Familien brauchen.

„Die Ludothek Altstadt kann den zusätzlichen Bedarf nicht auffangen – schon heute
arbeiten wir am Limit. Was hier vorgeschlagen wird, ist kein Sparmodell, sondern
ein Ende der Winterthurer Ludotheken“, so Monika Hochreutener weiter.

Mehr als nur Spielausleihe
Die Entscheidung der Stadt trifft die Ludotheken und ihre Unterstützer:innen hart. Schon
längst wünschen sich Familien längere Öffnungszeiten und mehr Beratung. Winterthurs
Ludotheken fördern nicht nur Spiel und Gemeinschaft, sondern vermitteln auch Sorgfalt,
nachhaltige Kreislaufwirtschaft und Teilhabe – gerade für Haushalte mit kleinem Budget.

Steigende Nutzerzahlen zeigen deutlich: Der Bedarf ist größer als das, was eine einzige
Ludothek in der Altstadt künftig leisten könnte. Die dann noch stärker wachsende Nachfrage
wird mit dem heutigen Freiwilligenteam nicht zu bewältigen sein – und bezahltes Personal ist
von der Stadt nicht vorgesehen.

In Zeiten wachsender sozialer Ungleichheit sind Orte wie die Ludothek wichtiger denn je.
Mit den Ludotheken würde ein Ort verschwinden, – an dem Kinder lernen zu teilen statt zu besitzen, – an dem Gemeinschaft und Nachhaltigkeit konkret gelebt wird, – an dem jede Familie dazugehören kann – unabhängig vom Geldbeutel, – und es würde ein Ort verschwinden, der Artikel zur Frühförderung ausleiht.

Herausgeberinnen:
Ludothek Altstadt | Ludothek Seen | Ludothek Oberwinterthur
www.ludothek-winterthur.ch
www.ludo-seen.ch
www.ludothek-oberi.ch

Kontakt für Rückfragen:
Barbara Hirzel
barbara.hirzel@bluewin.ch
079 595 05 57

Die Stadt Winterthur will die Ludotheken Winterthur nicht mehr im bisherigen Umfang unterstützen. Diese sammeln im Internet Unterschriften für ihren Erhalt.

https://www.tagesanzeiger.ch/freiwilligenarbeit-in-winterthur-ludotheken-starten-petition-fuer-ihren-erhalt-217458044893

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