Europäisches Treffen der Ludotheken, ETL Marseille, 23.-26. April 2026
| 18.05.2026 | Teilen:
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Claudine, verantwortlich für die internationale Arbeit beim VSL, und Sophie, Regionalvertreterin für den Kanton Waadt, reisten nach Marseille, um am Treffen der europäischen Ludotheken teilzunehmen. Diese Veranstaltung findet jedes Jahr in einem Mitgliederland statt, der Gruppe « European Toy Libraries » (ETL).
Die Teilnehmer vom ETL waren dieses Jahr auch am Treffen der Ludotheken aus Marseille und der Region eingeladen. Auf dem Programm standen Vorträge und Workshops.
Unser europäisches Abenteuer begann am Donnerstagmorgen im Bildungszentrum „Les Temps de l’Enfant“. Der Ort wurde uns kurz vorgestellt, dann ergriff ein Referent, Herr Cédric Gueyraud vom Spiel-Bildungszentrum Lyon (FR) das Wort. Er hielt einen Vortrag zum Thema „Das Spiel als Pflegeinstrument; der spielerische Rahmen, eine therapeutische Vermittlung?“ Seine Studie befasste sich mit dem Einsatz von Spiel in einem Altersheim und bei Menschen, die an Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium leiden.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen vor Ort teilten sich die Teilnehmer in kleine Gruppen auf, um an Workshops ihrer Wahl teilzunehmen. Claudine entschied sich für „Der Universalitätsindex des Spiels“, Sophie für „Gründung eines Spielclubs in der Mittelstufe“. Weitere Workshops wurden angeboten, wie: „Praxisbeispiele für Rollenspiele“ und „Jugendliche im Krankenhaus“, „Mit Behinderungen spielen“ oder „Identität und Andersartigkeit durch die Entdeckung von Spielen aus aller Welt“. Am Ende des Tages stellte jede Gruppe ihre Arbeit den andern Teilnehmer vor. So bekamen wir einen Einblick in alle angebotenen Workshops.
Am Freitagmorgen wurden uns die verschiedenen Akteure dieser Veranstaltungstage vorgestellt: Corinne Atlan für „Tiers-Lieu le temps de l’Enfant“, Yaël Vergara Alvarez für ITLA (International Toy Library Association) und die Ludothek „Terre Ludique“ sowie Ana Lourenço für ETL.
Frau Stéphanie Rubi, Professorin an der Universität Paris Cité, hielt anschliessend einen Vortrag zum Thema „Ludotheken als Demokratie Orte“. Ihre Studie befasste sich mit drei Ludotheken in Frankreich, die in unterschiedlichen soziokulturellen Umfeldern angesiedelt sind. Wie nutzen Eltern und Kinder die Ludothek, welche Erwartungen haben sie, und welche Verhaltensweisen wurden beobachtet?
Das Tagesprogramm wurde mit einer Podiumsdiskussion fortgesetzt, an der Dominique Dumeste für ALF Region Sud Paca (Französischer Verein der Ludotheken), Antonin Mérieux für ALF, Ana Lourenço für ETL und Yaël Vergara Alvarez für ITLA teilnahmen.

Dann begann die Jahresversammlung der ETL. Es folgte eine Diskussion über die Tätigkeitsberichte, die die Mitglieder im Vorfeld eingereicht hatten.
Zum Abschluss des Tages wurden wir in eine Spielbar zu einem unterhaltsamen Aperitif eingeladen.
Am Samstagmorgen trafen wir uns im Sozialzentrum CCO Bernard du Bois, um das ETL-Treffen fortzusetzen. Wir nahmen an verschiedenen Diskussionen, Vorschlägen und Überlegungen zu laufenden Projekten teil, wie zum Beispiel dem visuellen Erscheinungsbild der Gruppe (Website, soziale Netzwerke), den Zulassungsbedingungen für das ETL, internationalen Kooperationen (Erasmus+), Wir nutzten den Garten des Sozialzentrums, um gemeinsam zu Mittag zu essen. Es waren Holzspiele aufgestellt, und jeder konnte sie ausprobieren. Anschließend wurden die laufenden Gespräche fortgesetzt, und es wurden verschiedene Themen als nächste Arbeitsziele vorgeschlagen:
- Spielen in der frühen Kindheit
- Spielen mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen
- Fördermittel Erasmus+
- Solidarität und internationale Vernetzung zwischen Ludotheken sowie
- Vision, Mission, Ziele und gemeinsame Zielsetzungen der ETL-Gruppe
Schliesslich wurde das nächste ETL-Treffen bekannt gegeben. Es wird in Griechenland stattfinden, entweder auf Chios oder in Athen. Ana Lourenço (Portugal), ETL-Koordinatorin, beendete die Versammlung mit herzlichen Dankesworten.
Unser Nachmittag ging weiter mit einem Besuch in der Ludothek „Simone de Beauvoir“, anschliessend teilten wir das Abendessen in einer Spielbar – ein unterhaltsamer und geselliger Abend.
Am Sonntag hatten wir die Gelegenheit, die Ludothek „Terre Ludique“ zu besuchen und an ihrem Escape Game teilzunehmen. Eine ungezwungene, aber wertvolle Gelegenheit, den Zusammenhalt der Gruppe zu stärken.
Wir haben die letzten Stunden in Marseille genutzt, um den Hügel Notre-Dame de la Garde zu besteigen, von wo man einen herrlichen Blick auf die Stadt, das Meer und die Inseln hat.
Dieser Aufenthalt war reich an Informationen, Überlegungen und Arbeitszeit, aber auch sehr bereichernd hinsichtlich der Arbeitsweise von Ludotheken, der Begegnungen und des Erfahrungsaustauschs sowie der verfügbaren Mittel und der Hindernisse, denen man in den verschiedenen Ländern Europas begegnet.
Sophie
18. Mai 2026